Johan Theorin – Inselgrab

InselgrabIn den skandinavischen Ländern wird seit jeher die Sommersonnenwende gefeiert. In Dänemark und Norwegen brennen Sankt Hans Feuer, man hält Reden und singt Lieder. In Schweden werden Blumenkränze geflochten und um den Maibaum getanzt. Es werden böse Geister vertrieben und es wird gemordet, zumindest in Johan Theorins Mittsommerkrimi Inselgrab.

Dem alten Gerlof ist schon so mancher Geist begegnet, der sich im nach hinein als wenig übernatürlich herausgestellt hat. Nur für die Klopfgeräuschen aus dem Grab von Edvard Kloss vor 70 Jahren hat er bis heute keine Erklärung gefunden. Und so behält er auch erstmal einen kühlen Kopf als eines Nachts ein klitschnasser Junge namens Jonas vor seiner Tür steht und stockend von einem Geisterschiff mit vielen Toten und einem axtschwingenden Zombie erzählt. Auch der Geist, den Jonas immer wieder an der Röse, einem bronzezeitlichen Grab, sieht, beeindruckt Gerlof wenig. Aber er ist neugierig und er sucht Erklärungen für Jonas Erlebnisse.

Jonas gehört zu der Familie Kloss, die es mit einer guten Portion krimineller Energie auf Öland zu Macht und Reichtum gebracht hat. Ihr Ölandic Ressort bietet alles was das Touristenherz begehrt, vom Camping Platz direkt am Meer bis hin zu Wellness Bereich und Disco. Auf dem Parkplatz stehen Ferraris und die coolen Kids lassen einiges für Cocktails und Party springen. Jetzt zu Mittsommer beginnt die neue Saison und ein Geist, besonders aus der eigenen Vergangenheit, kommt da äußerst ungelegen, vor allem wenn er eine alte Schuld einfordert.

Die Geisterjagd ist eröffnet. Während Gerlof seinen scharfen Verstand benutzt, ist der Familie Kloss jedes Mittel recht. Aber auch der Geist beseitigt seine Gegner ohne jegliche Skrupel und zieht eine blutige Spur über die Insel. Am Ende erbricht sich ein ganzes Ferienressort, explodiert ein Grab und offenbart sich eine tragische Auswanderergeschichte.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn Inselgrab ist genau die richtige Lektüre für den Sommer, wenn es so heiß ist, dass es einem gerne mal kalt den Rücken herunterlaufen darf. Wie die drei Vorgängerbände des Öland-Quartetts ist dieser hochgradig spannend und voller unerwarteter Wendungen. Und en passant lernt man auch wieder etwas über die Kulturgeschichte Ölands und warum gefangener Fisch unbedingt gekühlt werden sollte.

Johan Theorin
Inselgrab
Aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps und Susanne Dahmann
ISBN 978-3-492-05470-6
Piper Verlag

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