Christina Hesselholdt – Vivian

Cover Christina Hesselholdt, Vivian
Fotografin und Kindermädchen

Die Fotografie eines Schulhofs in Chicago, aufgenommen im Juni 1971. Im Hintergrund ein Backsteingebäude mit einem Fahrradständer und etlichen Bonanza-Rädern. Im Vordergrund Tische mit leeren Tabletts, die man für einen Saftstand nach draußen getragen hat. Hinter einem der Tische steht eine Frau in einem kurzen, hellen Kleid und blickt mit zusammengekniffenen Augen in die Sonne. Unter dem Tisch sitzt ein kleines Mädchen in karierten Hosen im Schatten. Wer die beiden auf dem Bild sind? Wir wissen es nicht. Auch nicht ob die Frau die Mutter des Mädchens ist und in welchem Verhältnis die beiden zu der Fotografin stehen. Die Frau könnte Sarah Rice heißen und das Mädchen Ellen. Die Fotografin jedenfalls heißt Vivian Maier – soviel wissen wir. Und sie könnte das Kindermädchen der kleinen Ellen gewesen sein. Wie gesagt, könnte.

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Agnete Friis – Der Sommer mit Ellen

Cover Agnete Friis, Der Sommer mit Ellen
Der Wurmmonat

»Die Wikinger haben den Juli Wurmmonat genannt. Weil alles in der Hitze verrottete. Es waren Maden im Fleisch. Wo doch sonst alles so hübsch ist im Juli.« Schön ist die Landschaft Djurslands dann wirklich, aber das Leben nicht unbedingt. Ellen ist sich dessen nur zu bewusst, als sie diese Sätze zu Jakob sagt. Zumal auf dem benachbarten Hof gerade ein Mädchen tot aufgefunden wurde.


Ellen und Jakob verbringen nur einen einzigen Sommer miteinander. Den Sommer 1978. Jakob ist fünfzehn und Ellen 29. Für Jakob wird es ein verwirrender Sommer. Ein Sommer, der ihn für immer prägt. Wie sehr, das stellt Jakob allerdings erst 40 Jahre später fest, als seine Großonkel ihn anrufen und um einen Gefallen bitten. Jakob soll Ellen finden, die damals ohne eine Wort des Abschieds verschwand.

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Mikael Niemi – Wie man einen Bären kocht

Ein Monster wird verspeist

Wie Schwein gekreuzt mit Auerhahn soll gekochtes Bärenfleisch schmecken. Zäh soll es sein, aber gesund. Und ein Schnaps gehört auch dazu – sagt man. Jedenfalls erzählen sich das die Dorfbewohner, während ihnen bereits das Wasser im Munde zusammenläuft. Denn jetzt, da sie tatsächlich einen Bären erlegt haben, werden sie das Fleisch endlich kosten. Lange haben sie dem Tier nachgestellt und dieser Bär ist auch nicht irgendein Bär, sondern das Monster, das die Magd Hilda zerfleischt und auf bestialische Weise umgebracht hat. Das glauben zumindest die Dorfbewohner. Immerhin wiesen Leiche und Tatort entsprechende Spuren auf. Propst Læstadius hingegen ist da völlig anderer Meinung, denn die Klauen des erlegten Bären passen in Form und Größe ganz offensichtlich nicht zu den Wunden des Opfers.

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Marie Hermanson – Der Sommer, in dem Einstein verschwand

Cover Marie Hermanson, Der Sommer, in dem Einstein verschwand
Einsteins Geheimnis

Im Sommer 1923 feierte die Stadt Göteborg ihr dreihundertjähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsausstellung. Diverse Gartenanlagen, Kunst- und Industrieausstellungen, Restaurants, Cafés und ein Vergnügungspark luden zum Verweilen und Flanieren ein. Einer der Höhepunkte des Ausstellungsprogramms war bekanntermaßen Albert Einsteins Vorlesung in der Kongresshalle.
Was bis heute allerdings niemand weiß, ist, dass Einstein auf seiner Reise nach Göteborg verschwand. Tatsächlich war es Einstein lediglich Dank des beherzten Eingreifens dreier heute unbekannter Personen möglich, am 11. Juli auf dem Podium zu stehen und über seine berühmte Relativitätstheorie zu referieren. Diese drei Personen waren ein dreizehnjähriger Junge namens Otto und sein Esel Bella, die angehende Reporterin Ellen und der Kriminalpolizist Nils. Es ist ihre Geschichte, die Marie Hermanson in diesem lesenswerten Roman erzählt.

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Jens Henrik Jensen – Oxen – Lupus

Cover Jens Henrik Jensen Oxen Lupus
Dämonen und andere Probleme

»Wer hätte gedacht, dass das Böse so böse ist?«, mag sich mancher fragen. Für den ehemaligen Jägersoldaten Niels Oxen hingegen hält das Böse längst keine Überraschungen mehr bereit. Nach wie vor quälen ihn seine sieben Dämonen. Noch immer läuft er nachts kilometerweit durch Kopenhagens Straßen, um Ruhe zu finden. In seiner Therapie macht er kaum Fortschritte und an ein normales Arbeitsleben ist gar nicht zu denken.

Am Schwersten wiegt für Oxen allerdings das distanzierte Verhältnis seinem Sohn. Magnus soll noch nicht erfahren, zu was Menschen fähig sind. Weshalb ihm Oxen nichts von seinen Kriegserlebnissen erzählt und Magnus nicht das merkwürdige Verhalten seines Vaters versteht. In Magnus’ Augen ist Oxen der größte Langweiler des Universums – denn wer geht schon lieber in den Zoo als zu einem Fußballspiel nur weil dort weniger Menschen sind.

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