Gabriele Haefs – 111 Gründe, Norwegen zu lieben

Cover Gabriele Haefs 111 Gründe Norwegen zu liebenEine Liebeserklärung der besonderen Art

Dieses Buch behauptet eine Liebeserklärung an das schönste Land der Welt zu sein. Da aber alle Titel dieser Reihe die gleiche Behauptung aufstellen, ist eigentlich von vornherein klar, dass es sich hierbei um eine sehr subjektive Auswahl handelt. Aber genau das macht auch den Charme zumindest des Norwegen-Titels aus. (Die anderen kennen ich schlicht und ergreifend nicht.)

Die Übersetzerin und Ritterin des Königlichen Norwegischen Olavsordens Gabriele Haefs nennt ihre ganz persönlichen 111 Gründe, warum Norwegen immer wieder eine Reise wert ist. Wer das Buch erst an Bord der Kiel-Oslo-Fähre lesen will, sei hiermit gewarnt. Er oder sie wird noch während der Überfahrt seine gesamten Urlaubspläne über den Haufen werfen. Denn Gabriele Haefs beschreibt so viele spannende und interessante Dinge jenseits der touristischen Trampelpfade, dass man diese sofort verlassen will.

Fünf aus Einhundertelf

Zum Beispiel das Glomsdalsmuseum in Elverum. In diesem Museum ist eine Kate mit einem ganz besonderen Fenster zu bestaunen. In der Fensterscheibe ist das Gesicht des Mannes „eingebrannt“, der Ende des 18. Jahrhunderts in eben dieser Kate vom Blitz getroffen wurde. Genau das richtige für alte Gruseltanten wie mich.

Oder der Platz in Larvik, wo eigentlich die größte Picasso-Statue aller Zeiten hätte stehen sollen. Da sich die Einwohner des Städtchens damals nicht ihre schöne Strandpromenade von einem Picasso verschandeln lassen wollten, zog der Künstler sein Angebot zurück. Er schenkte die Skulptur der schwedischen Stadt Kristinehamn. Kunstinteressierte, die immer wieder nachgefragt haben, wo die Skulptur hätte stehen sollen, haben den Ort in Larvik mittlerweile zu einer Sehenswürdigkeit gemacht.

Oder das Café Sting in Stavanger. Hier findet jedes Jahr im November ein Literaturfestival der besonderen Art statt. Eine Woche lang nehmen Autorinnen und Autoren auf einem Stuhl mit Mikro Platz und lesen eine halbe Stunde aus ihren Werken. Das Publikum darf keine Fragen stellen, aber den legendären Schokoladenkuchen verspeisen, der das Café auch während der anderen Monate zu einer Attraktion macht.

Oder der Ibsenpark in dem Osloer Stadtteil Løren. Bevor man diesen Park besucht, sollten man sich allerdings noch einmal Ibsens Stück »Peer Gynt« zu Gemüte führen, denn die Skulpturen in dem Park, die alle von unterschiedlichen Künstlern stammen, haben in irgendeiner Form mit diesem Ibsen-Stück zu tun. So kann man in dem Park lustwandeln und Trolle, Knopfgießer, Peer und Solveig bewundern.

Oder, wo ich gerade beim Thema bin, Troldhaugen, das Haus von Nina und Edvard Grieg. Hier würde ich dann ganz besonders nach den Bildern von Nina Grieg Ausschau halten, die nach dem Tod ihres Ehemanns anscheinend immer gute Laune hatte und auf den entsprechenden Fotos immer lächelt. Laut Gabriele Haefs ist diese Fröhlichkeit äußerst ansteckend. Gibt es einen besseren Grund ein Museum zu besuchen?

Oder, oder, oder…. In dem Buch gibt es noch viel mehr von Norwegen zu entdecken und über Land und Leute zu erfahren. Geschrieben ist das ganze in einem heiteren Plauderton, der einen gleich in die richtige Urlaubsstimmung bringt. Auf Seite 244 ist übrigens ein herrlicher Druckfehler zu finden. Hier hat der Fehlerteufel ein deutsches Wort in ein norwegisches verwandelt. Aus „manche“ wurde „mange“ (viele). Wenn das nicht genial ist.

Gabriele Haefs
111 Gründe, Norwegen zu lieben
Eine Liebeserklärung an das schönste Land der Welt
ISBN 978-3-86265-613-4
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen wunderbaren Tipp. So kann die nächste Norwegen-Reise kommen. Ich bin immer sehr dankbar für Hinweise der besonderen Art. Aber in Norwegen gibt es so viel zu entdecken. Viele Grüße

    • Danke gleichfalls. Meine Liste an Orten, die ich in Norwegen unbedingt noch besuchen will, wird auch immer länger. Ich hoffe, Deine nächste Norwegen-Reise ist bald. Viele Grüße

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