Niklas Natt och Dag – 1794

Niklas Natt och Dag - 1794
Finstere Zeiten

Wir schreiben das Jahr 1794, das ebenso finster zu werden verspricht wie das Vorjahr. Gerade hat der heimliche Herrscher des Reiches, Baron Reuterholm, ein Kaffee-Verbot erlassen. Zu sehr fürchtet er die konspirativen Treffen seiner Widersacher in den Kaffeehäusern und das Gerede. Ergo konsumieren die Stockholmer, die es sich leisten können, soviel Kaffee wie sie können – in der stillen Hoffnung die Wirkung möge bis zur Aufhebung der Prohibition anhalten. Außerdem leidet die gesamte Stadt unter einer ungewöhnlichen Hitzewelle.

Ein Gespenst gibt sich die Ehre

Jean Michael Cardell versucht diese quälenden Tage möglichst zu verschlafen. Doch Durst, Hunger und Läuse lassen ihm kaum eine Chance. Und als wären dies nicht schon Widrigkeiten genug, begegnet ihm eines Abends auch noch ein Gespenst. In einer dunklen Ecke seines Treppenhauses steht plötzlich der Mann vor ihm, den er vor einem halben Jahr zu Grabe getragen hat: der Jurist Cecil Winge, mit dem er 1793 das Rätsel um den Toten im Fatburen gelöst hat.

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Steinunn Sigurdardóttir – Heidas Traum

Cover Steinunn Sigurdardottir Heidas Traum
Kein Traum

»Heiđas Traum« ist ein etwas irreführender Titel für dieses ungewöhnliche und faszinierende Porträt einer isländischen Bäuerin. Denn Heiđa ist weder verträumt noch hat sie Zeit zum Träumen.
Mit 23 Jahren hat sie den Hof ihrer Eltern samt 500 Schafen übernommen. Ein Hof, der seit dem 12. Jahrhundert bewirtschaftet wird und etlichen Ausbrüchen des Vulkans Katla getrotzt hat.

Heiđa gefällt die harte Arbeit: die Lammzeit, das Heumachen, der Schafabtrieb im Herbst, die Schur und die vielen Instandhaltungsmaßnahmen, die so ein Hof mit sich bringt. Es ist ein Knochenjob, den Heiđa aber als Privileg empfindet. Denn schließlich schuften die Leute in der Stadt genauso hart wie sie, müssen aber horrende Mieten für wenige Quadratmeter zahlen. Sie hingegen verfügt über einen sechstausend Hektar großen Garten, ist selbstständig und kann jederzeit auf ihr Quad steigen und über die Weiden brausen.

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Gøhril Gabrielsen – Die Einsamkeit der Seevögel

Cover Gøhril Gabrielsen, Die Einsamkeit der Seevögel
Am Ende der Welt

Sie hat eine Entscheidung getroffen – für die Forschung und gegen ihr Kind. Für ein paar Monate wird sie in einer alten Fischerhütte in der Finnmark meteorlogische Daten sammeln und den Einfluss des Klimas auf die Seevögelpopulation untersuchen. Ein Vorhaben von wesentlicher Bedeutung – das zumindest redet sie sich ein.

Über 100 km von jeglicher Zivilisation entfernt ist sie hier und ganz alleine, letzteres war allerdings nicht so geplant. Eigentlich sollte Jo nun neben ihr am Schreibtisch sitzen. Er würde Artikel schreiben und sie Messdaten in Excel-Tabellen eintragen, so hatte sie es sich immer vorgestellt – bis Jo meinte seine Tochter Marie in der augenblicklichen Situation nicht alleine lassen zu können. Seine Ex-Frau hätte derzeit einen wichtigen Auftrag und könne sich nicht um das gemeinsame Kind kümmern, aber in wenigen Wochen würde er nachkommen und bei ihr sein.

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Frida Nilsson – Sasja und das Reich jenseits des Meeres

Cover Frida Nilsson Sasja und das Reich jenseits des Meeres
Von einem der auszog, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen

Sasjas Mutter ist krank, sehr krank. Der Knoten in ihrem Körper schwächt sie von Tag zu Tag. Inoperabel lautet das Urteil der Ärzte und so muss Sasja hilflos dabei zusehen, wie seine Mutter immer weiter verschwindet. Und weil das für einen kleinen Jungen viel zu furchtbar und unbegreiflich ist, gibt er seiner Mutter einen neuen Namen. Jetzt heißt sie Semilla anstatt Mama. Und er verspricht ihr den Tod zu überlisten.

Eines Nachts hört Sasja das Klappern der Haustür. Er steht auf, spürt einen Lufthauch, rennt die Treppe nach oben und sieht, dass das Bett seiner Mutter leer ist. Der Tod war da und hat sie mitgenommen, ihre Wärme, ihr Lachen und ihren Körper. Er rennt nach draußen, hinunter zum Meer und sieht in der Ferne das Schiff des Todes. Ohne zu zögern springt er in Palmgrens Ruderboot und nimmt die Verfolgung auf. Einholen kann er das Schiff nicht, aber er erreicht das Reich jenseits des Meeres – das Reich des Todes.

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Ingvar Ambjørnsen – Echo eines Freundes

© Maja Bechert

Elling ist zurück – zurück in Oslo und einem selbstbestimmten Leben. Was zuvor geschah erfahren wir nicht, denn Elling hat sich geschworen, niemals darüber zu reden. Was vergangen ist, ist vergangen und kehrt nicht wieder. Dies soll nichts weniger als ein Neuanfang sein. Schließlich ist es die letzte Chance, sein Leben in Griff zu kriegen – so fühlt es sich für Elling zumindest an.

Alles nicht so einfach

Wenn ihm doch nur das Schicksal oder wer auch immer nicht ständig diese verdammten Knüppel zwischen die Beine werfen würde, wenn nicht bei jedem Schritt irgendein Fettnäpfchen auf ihn lauern und zu Peinlichkeiten einladen würde. Das Leben ist nicht leicht, und schon gar nicht wenn andere Menschen mit ins Spiel kommen.

Aber er wird schon zurechtkommen, er muss, etwas anderes darf er nicht zulassen. Jeder Anflug von Angst und Unsicherheit muss im Keim erstickt werden. Aber wie macht man das eigentlich, wenn einem sogar die Schimmelpilze auf der Nase herumtanzen und Alpträume verursachen?

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