Håkan Nesser – Himmel über London

Himmel ueber London von Hakan Nesser
Ich habe eine Marotte. Bevor ich mit dem Lesen eines Buches beginne, entferne ich den Schutzumschlag. Um ihn zu schützen. Ich mag einfach keine eingerissenen oder angeschrammten Schutzumschläge.
Dabei habe ich schon so manche Überraschung erlebt.*
So auch bei Håkan Nessers neuem Buch Himmel über London. Hier steht auf dem Buchdeckel in großen geprägten Buchstaben: Steven G. Russell, Bekenntnisse eines Schlafwandlers. Halte ich vielleicht einen Fehldruck in den Händen? Mitnichten, wie sich im Verlauf des Buches herausstellt. Håkan Nesser beginnt sein Verwirrspiel mit dem Leser lediglich bereits schon hier. Weiterlesen

Anne Holt – Schattenkind

Schattenkind„Ich hätte besser aufpassen müssen, ich hätte besser aufpassen müssen.“ Wieder und wieder schreit Jon Mohr diesen Satz, während er mit seinem Kopf gegen die Wand schlägt. Neben ihm wimmert seine Frau Ellen: „Nicht, nicht, nicht“ und wiegt ihren toten Sohn Sander in den Armen. Es ist der 22. Juli 2011 und während die Familie Mohr durch einen scheinbar tragischen Unfall ihren einzigen Sohn verliert, steht ganz Norwegen unter Schock angesichts des Massakers von Utøya, das die gesamte Polizei und Rechtsmedizin Oslos in Atem hält.

Um den Regeln bei dem Tod eines Kindes genüge zu tun, wird der unerfahrene Polizist Henrik Holme abgestellt, den Fall zu untersuchen. Übereifrig und darauf bedacht sich zu beweisen, bringt er die Angehörigen gegen sich auf, missachtet das übliche Procedere und stösst tatsächlich auf einige Ungereimtheiten, die darauf hindeuten, dass Sander möglicherweise von seinem Vater misshandelt wurde. Weiterlesen

Gyrðir Elíasson – Ein Eichhörnchen auf Wanderschaft

495_Eichhoernchen289x400Der 8-jährige Sigmar lebt mit seinen Eltern Björg und August auf einem einfachen Hof in Island. Die Fenster werden mit Sackleinen verdunkelt, Strom liefert der Hausgenerator nur sporadisch und alte Konservenbüchsen fangen das Regenwasser auf, das an vielen Stellen durch das Dach tropft. Es gibt ein paar Hühner und Kühe und Fliegen in der Vorratskammer. Bis zur nächsten Stadt ist es weit.
Aber Sigmar sieht diese Welt wie durch eine Spezialbrille, die die Realität phantastisch verändert. Mehlsäcke, die beim Kaufmann von der Decke hängen, sind fette Fledermäuse, die platzen, sobald man sie mit dem Besen anstupst und der kleine Teich vor dem Haus ist ein Riesenauge, dessen Blick über die Landschaft schweift. Dennoch ist es eine düstere und einsame Welt.
Eines Tages malt Sigmar ein Eichhörnchen und so wie Alice durch ein Bodenloch ins Wunderland fällt, sinkt Sigmar in sein eigenes Bild, verwandelt sich in das Eichhörnchen und verschwindet. Weiterlesen